Augsburg / Damenhof

Der Damenhof ist der bedeutendste der Innenhöfe der Augsburger Fuggerhäuser. Dieser Prunkhof gilt als einer der schönsten Innenhöfe Deutschlands und als der erste Profanbau nördlich der Alpen, der im Stil der italienischen Renaissance errichtet wurde. Jakob Fugger der Reiche ließ ihn – vermutlich von 1512 bis 1515 – errichten. Im Sommer bewirtet hier das Restaurant „Fondaco Jacobo“ unter drei von toskanischen Säulen gestützten Arkadengängen mit bemalten Bögen. Zum Damenhof kommt man über den so genannten kleinen „Zofenhof“.

Damenhof, Maximilianstraße 36
Restaurant „Fondaco Jacobo“
Geöffnet im Sommer 11 – 15 Uhr und 18 – 24 Uhr

 

   
  Augsburg / Dürer-Porträt des Jakob Fugger

In der Staatsgalerie Altdeutsche Meister in der früheren Katharinenkirche an der Maximilianstraße findet man Albrecht Dürers Gemälde seines Förderers und Auftraggebers Jakob Fugger des Reichen (um 1518). Die Dauerausstellung der Staatsgalerie Altdeutsche Meister erreicht man über das Augsburger Schaezlerpalais – ein Rokoko-Stadtpalast – und Sitz der „Kunstsammlungen und Museen Augsburg“ und einiger ihrer Sammlungen.

Information und Anmeldung:
Schaezlerpalais
Maximilianstraße 46
86150 Augsburg
Telefon 08 21/3 24-41 02 oder 08 21/51 03 50 (Staatsgalerie)
Fax 08 21/3 24-41 05

Eintrittspreise:
(beinhaltet den Besuch von Deutscher Barockgalerie, Karl und Magdalene Haberstock Stiftung, Festsaal, Staatsgalerie in der Katharinenkirche und Sonderausstellungen im Schaezlerpalais)

Erwachsene 7 €
Schüler, Studenten, Rentner 5,50 €
Gruppen ab 10 Personen 5 € p.P.
Schülergruppen ab 10 Personen 2,50 € p.P.
Familienkarte 14 €
Besitzer der Jahreskarte 2006 (25 €) haben freien Eintritt in alle Häuser der Kunstsammlungen und Museen Augsburg

 

   
  Augsburg / Fuggerdenkmal
Das Fuggerdenkmal in der Philippine-Welser-Straße stellt Hans Jakob Fugger dar. Er war ein kunstliebender Sammler und verkaufte 1571 seine wertvolle Sammlung antiker Handschriften und Bücher an den Münchner Hof. Diese Bände bildeten der Kern der Bayerischen Staatsbibliothek. König Ludwig I. von Bayern stiftete 1857 dieses überlebensgroße bronzene Standbild für Hans Jakob Fugger, der in München Geheimer Rat und Hofkammerpräsident wurde.  
   
  Augsburg / Fuggerei

Die Fuggerei wurde 1521 von Jakob Fugger dem Reichen als Wohnsiedlung für unverschuldet verarmte, unbescholtene Bürger Augsburgs gestiftet. Sie ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Die Jahres(kalt)miete für eine Wohnung in der Fuggerei beträgt bis heute den nominellen Gegenwert eines Rheinischen Gulden, derzeit 0,88 Euro sowie täglich drei Gebete für den Stifter und seine Familie. In den 140 Wohnungen der 67 Häuser wohnen derzeit rund 150 Menschen. Prominester Bewohner der Fuggerei war der Maurermeister Franz Mozart, der Urgroßvater des Komponisten W.A. Mozart.

Die Fuggerei ist eine „Stadt in der Stadt“ mit einer Kirche, Mauer und drei Toren. Bis heute wird die Sozialsiedlung nahezu ausschließlich aus dem Stiftungsvermögen (Forstwirtschaft und Immobilien) finanziert. Die Sozialsiedlung wird durch die Fürstlich und Gräflich Fuggersche Stiftungs-Administration verwaltet.

Fuggerei, Eingang Jakoberstraße
Geöffnet täglich
April – September 8 – 20 Uhr
Oktober – März 9 – 18 Uhr
Telefon 08 21/31 98 81-0

Eintrittspreise:
Erwachsene p.P. 4 €
Kinder (8 – 18 Jahre) p.P. 2 €
Ermäßigt (Gruppen ab 10 Erwachsene, Rentner, Studenten, Behinderte) 3 €
Familienkarte (2 Erwachsene, bis zu 4 Kinder bis 18 Jahre) 8 €
Jahreskarte p.P. 10 €
Jahreskarte für Augsburger p.P. 5 €
Schulklassen bis 30 Schüler/Schülerinnen
(mit zwei Lehrkräften) 15 €

 

   
  Augsburg / Fuggerhäuser (am Weinmarkt)

Von 1512 bis 1515 ließ Jakob Fugger der Reiche an der Stelle von zwei abgerissenen Gebäuden am Weinmarkt (heute Maximilianstraße) ein einheitliches Gebäude errichten. Weitere angrenzende Häuser wurden ab 1517 hinzuerworben und in den Komplex dieses Stadtpalastes integriert. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude durch Carl Fürst Fugger-Babenhausen wieder aufgebaut. Gedenktafeln an der Hausfassade erinnern daran, dass hier das Fuggersche Firmenimperium gelenkt wurde und dass 1518 in den Fuggerhäusern der Reformator Martin Luther von Kardinal Cajetan verhört wurde. Im Zentrum der Fassadenfront findet man das so genannte „Adlertor“, das darauf hinweist, dass die Fuggerhäuser ein kaiserliches Quartier waren. Dieses Adlertor ist heute der Haupteingang zur Fürst Fugger Privatbank.

Die Fuggerhäuser sind mit Ausnahme von drei Innenhöfen nicht öffentlich zugänglich. Zu besichtigen sind der Damenhof und der Serenadenhof. An seiner Nordseite findet man den weißen Erker, hinter dem sich die Prunkräume Kaiser Karls V. befanden.

Öffentlich zugänglich ist auch die dreischiffige Erdgeschosshalle mit Kreuzgratgewölbe nördlich des Adlertors, wo sich heute die Räume der Traditionsbuchhandlung Rieger & Kranzfelder befinden. In den Verkaufsräumen schaut man auf den angrenzenden Damenhof.

Ein Fuggerwappen ziert das rückwärtige Portal dieser Fuggerhäuser am Zeugplatz. In diesem Bereich muss sich der ehemalige Fuggersche Konzertsaal befunden haben, in dem Wolfgang Amadé Mozart 1777 ein legendäres Konzert gegeben hat.

Der Komplex des Fugger-Stadtpalasts befindet sich heute im Besitz des Fürsten Fugger-Babenhausen.

Fuggerhäuser „Am Weinmarkt“
Maximilianstraße 36/38 und Zeugplatz 7
Zofenhof, Serenadenhof und – eingeschränkt – der Damenhof sind zu den Öffnungszeiten zugänglich

 

   
  Augsburg / Fuggerhaus (am Rindermarkt)

1488 erwarben die Fugger den Komplex des Patrizierhauses am damaligen Rindermarkt, zwischen der heutigen Annastraße und der parallel verlaufenden Philippine-Welser-Straße. Hier befand sich das legendäre Zentrum der Fugger-Firma, die „Goldene Schreibstube“.

Über beiden Portalen in der Annastraße und der Philippine-Welser-Straße sieht man das Fuggersche Lilienwappen. Das Haus befindet sich heute nicht mehr im Besitz der Familie Fugger.

Fuggerhaus
Annastraße 19 und Philippine-Welser-Straße 18
(heute ein Geschäftshaus, Gedenktafel an der Fassade Annastraße)

 

   
  Augsburg / Fuggerkapelle in St. Anna

Die Fuggerkapelle (auch: Fuggerchor oder Fuggergrablege, errichtet von 1509 bis 1512, geweiht 1518) in der St.-Anna-Kirche gilt als der erste und vollkommenste Renaissancebau in Deutschland. Gestiftet wurde sie um 1506 von den Brüdern Ulrich, Georg und Jakob Fugger. Geplant wurde die Fuggerkapelle wohl maßgeblich von Albrecht Dürer, bei ihrer Ausgestaltung waren namhafte Künstler – unter anderem Hans Daucher, Hans Burgkmair, Jörg Breu d.Ä. – beteiligt. Die Gruft unter der Fuggerkapelle befindet sich unter dem mit kostbarem Marmor gestalteten Fußboden der Grabkapelle, auf dem man die Fuggerlilie und das Fuggersche Handelszeichen (Dreizack mit Ring) erkennt. Ein Kuriosum: Der katholische Jakob Fugger und seine Brüder Ulrich und Georg sowie die beiden Neffen Raymund und Hieronymus wurden in einer seit 1525 (mit kurzen Unterbrechungen) evangelischen Kirche bestattet.

Auf den Flügelbildern der Orgel (entstanden 1512, heute eine Nachbildung) von Hans Breu d.Ä. ist Jakob Fugger der Reiche dargestellt. Die Epitaphe für Ulrich und Georg Fugger wurden nach Zeichnungen Albrechts Dürers gestaltet. Zwei Epitaphe für Jakob Fugger werden der Werkstatt Hans Dauchers zugeschrieben.

Fuggerkapelle in St. Anna
Geöffnet Di – Sa 10 – 12.30, Winter 15 – 17 Uhr, Sommer 15 – 18 Uhr

Lutherstiege in St. Anna
Geöffnet Di – So 10 – 12 und 15 – 17 Uhr

Weitere Auskünfte:
Ev.-Luth. Parramt St. Anna
Fuggerstraße 8
86150 Augsburg
Telefon 08 21/34 37 10
www.st-anna-augsburg.de

 

   
  Augsburg / Fuggerkapellen in St. Ulrich und Afra

In der Ulrichsbasilika findet man fünf Fuggersche Grabkapellen sowie die Fuggerorgel.

Die Georgskapelle in der Ulrichsbasilika wurde 1563 zur Grabkapelle Georg Fuggers. Außer den Fuggerlilien im Wappenschlussstein des Kapellengewölbes findet man hier das Epitaph für Johann Jakob Fugger und Ursula von Harrach, das Epitaph für Christoph Fugger von 1604 und die Fuggerlilien am schmiedeeisernen Gitter.

Die Andreaskapelle – 1480 aus einer Fuggerschen Stiftung entstanden – wurde von 1578 bis 1584 als Grabkapelle für Markus Fugger (+ 1597) ausgestattet. Das Epitaph für Markus Fugger, ein Wappen-Inschriftstein von 1581 im Boden, Fuggerlilien in einer Arkadenwand im Renaissance-Stil und der Schlussstein des Gewölbes mit dem Fuggerwappen erinnern an die Familie.

Seit 1583 war die Benediktuskapelle Grablege von Octavian Secundus Fugger. Ein Wappenstein in Rotmarmor mit dem Wappen der Fugger erinnert daran.

Die Bartholomäuskapelle erwarb Anton Fugger 1589. Sie wurde von 1596 bis 1602 für seinen Bruder Philipp Eduard als Grabkapelle ausgestattet. Im schmiedeeisernen Gitter von 1597 findet man die Fuggerlilien.

Die Michaelskapelle liegt zwischen zwei nördlichen Pfeilern der Basilika. Sie wurde von Jakob Fugger III. 1580 gestiftet. Vor der Kapelle findet man den Eingang zu seiner Gruft. In der Kapelle zeigt eine Pfeilerumkleidung aus Eichenholz die Fuggerlilien. Auf die Kapelle weist ein Epitaph in der Wand des nördlichen Seitenschiffs hin. Die so genannte Fuggerorgel ließen die Söhne Jakob Fuggers III. im Jahr 1606 auf die Empore versetzen. Auf dieser Orgel hat Wolfgang Amadé Mozart 1777 im Beisein seines ?Bäsle? gespielt. Das Original-Instrument ist nicht mehr erhalten, erhalten sind jedoch die beiden nach dem Vorbild der Fuggerkapelle in St. Anna bemalten Flügel. Engelsfiguren über der Orgel halten das Fuggerwappen.

Ulrichsbasilika, Ulrichsplatz
Geöffnet täglich 8 – 18 Uhr, Mi 10.30 – 15 Uhr geschlossen
Weitere Auskünfte:
Kath. Stadtpfarramt St. Ulrich und Afra
Ulrichsplatz 19
86150 Augsburg
Telefon 08 21/3 45 56-0
www.ulrichsbasilika.de

 

   
  Augsburg / Fuggerschloss Wellenburg

Die Wellenburg gibt es seit dem 13. Jahrhundert. Seit 1595 gehört dieses Schloss den Fuggern, seit 1764 ist es im Besitz der Fuggerschen Linie Babenhausen. Ein bekannter Vorbesitzer war ab 1513 der Augsburger Patrizier Matthäus Lang, der später Kardinal und Erzfürstbischof von Salzburg werden sollte. Das Fuggerschloss Wellenburg wird heute privat bewohnt und ist daher nicht zugänglich.

Fuggerschloss Wellenburg
Augsburg-Göggingen, Am Fuggerschloss

 
   
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